(etwas) leyenhaft planen
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will bekanntlich Internetsperren durchsetzen, obwohl sie erkennbar keine Ahnung hat, was das überhaupt bedeutet und wie umfangreich die Auswirkungen wären.
Der Oeffinger Freidenker meint, sie plane „leyenhaft“. Das finde ich gut.
(etwas) leyenhaft planen <Verb> (Redewendung): In der Politik etwas durchsetzen wollen, ohne Ahnung von der Materie zu haben.
Hinterweltler
Mir ist noch nicht so ganz klar, wie das neue Wort „Hinterweltler“ im normalen Sprachgebrauch anzuwenden ist; als Steigerungsform zu Hinterwäldler vermutlich, ergo meinend, dass jemand wirklich nicht von dieser Welt ist.
Auf jeden Fall eine gelungene Wortkreation von Henning Schüring.
Hinterweltler, der: Person, die nicht von dieser Welt ist; Steigerungsform von Hinterwäldler.
Hinternhalt
Gerade eben in der Comedy-Serie „Still Standing“: Judy vermutet, dass der neue Freund von Bills Mutter ein „Grabscher“ ist und zieht deshalb eine besonders enge Hose an, um ihn anzulocken. Ihre Freundin nennt diese Vorgehensweise sehr gewitzt „Hinternhalt“.
Hinternhalt, der; -s, -e (scherzhaft): den (Damen)Hintern als Falle einsetzen.
PS: Judy hat übrigens recht.
Basic bauen
Robert Basic, der bekannteste Blogger Deutschlands, hat einen Blog-Artikel verfasst, der in Klein Bloggersdorf eher, naja, wie soll man es sagen? Der eher negativ aufgenommen wurde. Freundlich formuliert.
Und nachdem dann in den Kommentaren eine erbitterte Schlacht tobte, angeheizt vom Blog-Besitzer persönlich, dämmerte Robert Basic wahrscheinlich irgendwann, dass diese Diskussion seiner Reputation wohl schaden würde, entschloss er sich zu einer Verzweiflungstat: er bezeichnete den misslungenen Artikel als „Bauchexperiment“.
Der „Weltherrscher“ fühlte sich von diesem absurden Vorgang inspiriert und erfand flux eine neue Redewendung: einen Basic machen. Aus Alliterationsgründen mache ich daraus „einen Basic bauen“.
(einen) Basic bauen <Verb> (Redewendung): 1. Unsinn erzählen und es danach als Experiment bezeichnen. 2. Robert Basic kopieren.
tazig
Gestern entdeckte ich einen tollen Stern-Artikel, der eine grün-braune Taxifahrt zum Thema hatte. Kaum hatte ich auf ihn via Twitter hingewiesen, bedauerte auch schon die Twittertaz, dass er nicht bei der taz erschienen ist.
Und das völlig zu recht: der Artikel hätte genau so auch in der taz stehen können. Was mich auf ein neues Adjektiv brachte: tazig.
tazig <Adj.> (salopp): 1. Einen Artikel schreiben, der auch in der „taz“ stehen könnte. 2. Sich provokant äußern.
PS: Das erste Wortbauer-Wort mit taz-Bezug. Guter Anfang!
Herzlich willkommen beim Wortbauer!
Weil es noch immer viel zu wenige Blogs gibt, weil ich Sprachspielchen liebe und weil bloggen einfach Spaß macht: herzlich willkommen beim Wortbauer. (Großes Vorbild hierbei ist der unerreichte taz-Wortistiker, wie sich SprachliebhaberInnen vielleicht schon gedacht haben.)